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Einsatz in der Praxis

Jetzt könnte man auf die Idee kommen, bei wenig Licht ganz einfach durch Herabsetzen der Belichtungskorrektur die Belichtungszeit in den erträglichen Bereich zu bringen. Dadurch ist es möglich aufgrund der Belichtungszeit auch bei wenig Licht verwacklungsfreie Fotos zu produzieren. Man erhält dann zwar ein dunkleres Bild. Aber die Belichtung wird dann später wieder im RAW Konverter ausgeglichen, so dass man ein korrekt belichtetes Foto erhält.

Leider hat die Sache einen Haken: Durch das Korrigieren der Belichtung wird auch das Rauschen verstärkt.

Hier zwei 100% Ausschnitte zum Vergleich. Einmal von dem um +2EV korrigierten Bild (Korrektur) und einmal von dem richtig belichteten Bild aus der Kamera (Vergleich)



Korrektur - Vergleich

 

Das bedeutet, das man genauso gut eine (oder zwei) höhere ISO-Stufe an der Kamera wählen kann. Dabei spart man sich dann sogar das Nachbessern im RAW Konverter.

Ob das Rauschen bei der Erhöhung der ISO-Stufe oder beim nachträglichen Korrigieren der Belichtung höher ist, ist noch zu untersuchen. Ich habe für mich kleinere Tests gemacht, die mir gezeigt haben, das das Rauschen beim Hochsetzen der ISO-Stufe geringer ist. Möglicherweise hängt das jedoch mit einer Rauschkorrektur der Kamera zusammen, die erst bei höheren ISO-Stufen greift.

Fazit

Auch wenn in RAW fotografiert wird, sollte man sich um eine korrekte Belichtung bemühen. Fehler lassen sich zwar im Nachhinein ausgleichen, aber auf Kosten der Bildqualität (Rauschen). Ob diese Verschlechterung relevant ist, hängt natürlich auch von dem schon vorhandenen Rauschen aufgrund der eingestellten ISO Stufe ab.

Natürlich ist es bei Belichtungsfehlern, die erst später erkannt werden oder bei denen sich die Aufnahme nicht wiederholen lässt, besser etwas Rauschen in Kauf zu nehmen (das möglicherweise nur in der 100% Darstellung sichtbar ist), als ein falsch belichtetes Bild.